OS/2 Installation

Allgemeine Überlegungen zur Installation

Vor einer Installation

Was sollte ich vor einer Installation bedenken?

Vor einer Installation von OS/2 unbedingt alle Daten sichern. "Nobody ist perfect." Es wird zwar in den meisten Fällen keine Probleme geben, aber "Murphy ist überall".

  • Nichts ist so leicht wie es aussieht.
  • Alles dauert länger als man glaubt.
  • Wenn es eine Möglichkeit gibt, daß Dinge schiefgehen, so wird etwas schiefgehen.
  • Wenn etwas schiefgeht, wird es den größtmöglichen Schaden anrichten.
  • Wenn man feststellt, dass es vier Möglichkeiten gibt, die schiefgehen können und man diese ausschaltet, dann wird sich bestimmt noch eine fünfte finden lassen.

Als erstes das Handbuch lesen.

Vor der Installation alle Treiber besorgen, die für die Hardware benötigt werden.

Sollten bei der Installation Probleme auftauchen, die sich nicht sofort einordnen lassen, Rechner ausschalten und etwas anderes machen.

  • Mittagessen gehen,
  • Einen Spaziergang um den Block machen, ... .
  • Eine Tasse Kaffee kochen und in Ruhe überlegen, was schiefgelaufen ist.

Nochmal einen Blick in das Handbuch werfen. Einige Hinweise werden jetzt eine andere Bedeutung erhalten.

Dual-Boot

Welche Vorteile hat das Dual-Boot Verfahren?

Das Dual-Boot Verfahren ist die einfachste Möglichkeit (neben der eCS-Demo-CD), OS/2 einfach mal kennenzulernen. Dazu muss nur genügend Platz auf der DOS-Partition frei sein.
Außerdem bietet nur diese Installationsart die Möglichkeit eine dedizierte DOS-Session unter OS/2 zu verwenden.

Bei einer Expressinstallation, wird sich OS/2 automatisch auf Laufwerk C: installieren.

Nach der Installation kann das jeweils andere Betriebssystem mit dem Befehl

C:\OS2\BOOT.COM /DOS

bzw.

C:\OS2\BOOT.COM /OS2

aktivieren, wenn auf C: DOS installiert war.

Sollte die Installation nicht erfolgreich abgeschlossen werden, mit den Installationsdisketten booten, das Installationsprogramm mit F3 verlassen, auf das Laufwerk C: wechseln und den oben genannten Befehl ausführen. Danach sollte DOS wieder starten.

OS/2 Bootmanager

Welche Vorteile hat der OS/2 Bootmanager?

  • Bei jedem Bootvorgang kann das gewünschte Betriebssystem ausgewählt werden.
  • Die verwendeten Betriebssysteme können voneinander getrennt installiert werden. Dies erleichtert besonders bei Neuinstallationen und Updates die Systempflege.
  • Bei gleichzeitiger Verwendung des HPFS-Dateisystems für die OS/2-Bootpartition können die Systemdateien von OS/2 nicht "aus Versehen" von einem der zahlreichen DOS-Tools beschädigt werden.
  • Wenn der Rechner sich einen BOOTSEKTOR-Virus eingefangen hat, kann dieser durch einfaches löschen und wieder einrichten des Bootmanagers gelöscht werden.
  • Wenn OS/2 zusammen mit Windows NT, 2000 oder XP auf dem Rechner laufen soll, ist der OS/2 Bootmanager auf jeden Fall die bessere Wahl.
  • Die Festplatte sollte auf keinen Fall mit einem Linux (Kernel 2.6.16 oder neuer) partitioniert werden.
  • Mit dieser Version hat sich das Verwaltungsschema der Festplatten geändert, so daß die angelegten Partitionen nicht mehr mit anderen Betriebssystemen kompatibel ist.

Alternative Bootmanager

Grundsätzlich sind alle bekannten Bootmanager in der Lage OS/2 zu starten. Allerdings läßt sich OS/2 nicht auf einer erweiterten Partition installieren, wenn nicht der OS/2 Bootmanager installiert ist.

Soll OS/2 trotzdem in einer erweiterten Partition installiert werden, muss für die OS/2 Installation der OS/2 Bootmanger installiert sein. Nach erfolgreicher Installation kann der OS/2 Bootmanager dann bedenkenlos durch einen anderen ersetzt werden.

Was sollte ich bei der der Partitionierung meiner Festplatte bedenken?

Hier ein paar nützliche Hinweise, die bei einer Neupartitionierung beachtet werden solltenm, auch wenn technisch etwas anders möglich ist.

  • Die Partition für den Bootmanager als erstes auf der Platte erstellen.
  • Alle Partitionen, die später mit dem FAT-Filesystem formatiert werden sollen, vor allen HPFS-Partitionen erstellen.
  • Nur erweiterte Partitionen erstellen.
    (Gilt nicht für alle DOS-Versionen: Diese benötigen eine primäre Partition auf der ersten Festplatte um davon starten zu können.)
  • Alle erweiterten Partitionen zusammenhängend erstellen.
    (Eine primäre Partition zwischen zwei erweiterten verhindert den Zugriff auf die dahinterliegende(n) erweiterte(n) Partition(en).)
  • Die Platten/Partitionen werden in folgender Reihenfolge in das System eingebunden.
    Alle aktiven primären Partitionen aller vorhandenen Festplatten, in der die Treiber in der CONFIG.SYS geladen werden.
  • Alle erweiterten Partitionen, auf die OS/2 Zugriff hat (also alle FAT und HPFS Partitionen), in der Reihenfolge, in der die Treiber in der CONFIG.SYS geladen werden.
  • Alle anderen dem System bekannten Laufwerke, in der die Treiber in der CONFIG.SYS geladen werden.

Es gibt mehrere Programme, die Ihnen die Möglichkeit bieten eine bereits bestehende Partitionierung zu verändern.

Partitionierung ändern

Programme OS/2 und eCS

  • DFSEE für OS/2
  • Partition Magic Version 3 für OS/2

Programme für Windows

  • DFSEE für Windows
  • Partition Magic
  • Die aktuellen Versionen unterstützen OS/2 nur noch mit Einschränkungen

Programme für Linux

  • DFSEE für Linux
  • GNU Parted

Live CDs mit Partitionierungsprogrammen

  • GNU Parted Live CD

Festplatten

MFM/RLL Festplatten

IDE-Festplatten

SCSI-Festplatten

  • Die OS/2-Bootpartition muss sich vollständig innerhalb der ersten 1024 Zylinder der Festplatte befinden. Bei SCSI-Festplatten liegt diese Grenze normalerweise bei 1GB.
    Moderne SCSI-Kontroller (z.B.: Adaptec) können diese Grenze durch eine Veränderung des Laufwerkmappings auf 8GB anheben.
    Bei eingeschaltetem Mapping belegen dann alle Partitionen ein vielfaches von 7MB. (Die Bootmanagerpartition benötigt dann auch 7MB statt 1MB)
  • Gibt es Probleme beim Zugriff auf die Festplatten, kann der Zugrriff auch über das BIOS der Kontrollers erfolgen. Dazu wird der Int 13 Treiber (IBMINT13.I13) in der CONFIG.SYS geladen.
    Dieser Treiber sollten allerdings nur solange verwendet werden, bis ein funktionierenden Treiber für den SCSI-Kontroller erhältlich ist. Der IBMINT13 führt alle Zugriffe über das BIOS aus und kann deshalb nicht die volle Geschwindigkeit des Kontrollers ausnutzen. Auch können nur vom Kontrollerbios unterstützten Medien verwendet werden.

Dateisysteme

Für die Installation stehen mehrere Dateisysteme zur Verfügung. Standardmäßig werden sowohl die Unterstützung für das von DOS bekannte FAT Dateisystem und das OS/2 Dateisystem HPFS mitgeliefert. Seit OS/2 Warp Version 4.5 steht zusätzlich auch noch das JFS zur Verfügung. Dies wird aber erst mit der eCS Version 2.0 als Bootdateisystem zur Verfügung stehen.

FAT-Dateisystem:

Das FAT-Dateisystem hat 2 Vorteile. Zum einen ist es nur mit ihm möglich eine Dual-Boot Installation durchzuführen. Zum anderen ist die FAT Unterstützung Bestandteil des OS/2 Kernels. Es muss also kein IFS-Treiber geladen werden, um auf dieses Dateisystem zugreifen zu können. Gerade bei Installationen, die mit wenig Plattenspeicher und RAM auskommen sollen, ist FAT das Dateisystem der Wahl.

HPFS - High Performance File System

Das HPFS wurde extra für OS/2 entwickelt und unterstützt alle Besonderheiten von OS/2. Um das HPFS zu verwenden muss ein IFS-Treiber (HPFS.IFS) geladen werden. Wenn OS/2 auf einer eigenen Partition installiert werden soll, gibt es keine Alternative zu diesem Dateisystem. Es übertrifft FAT in allen Bereichen.

JFS - Journaled File System

Das JFS Dateisystem stammt vom Unix-Derivat AIX der Firma IBM ab. Es bringt neben einem Transaktions-Journal noch erweiterte Fähigkeiten beim Caching und kann wesentlich größere Dateien (2TB) Verwalten. JFS ist vor allem für große Partitionen geeignet. Für die eCS Verion 2.0 plant Serenity Systems das JFS zu erweitern, damit es auch auf der Bootpartition eingesetzt werden kann.

Alternative Betriebsysteme

Andere DOS-Versionen

Was ist bei der Verwendung mehrerer DOS-Bootpartitionen zu beachten?

  • Andere DOS-Versionen sollten jeweils in einer eigenen primären Partition installiert werden.
  • OS/2 kann nur auf die jeweils zuletzt aktive DOS-Partition greifen.
    Die neueren OS/2 Versionen (ab OS/2 Warp 4.5 und eCS, können die Partitionen mit dem LVM einem beliebigen Laufwerksbuchstaben zugeordnet werden.

Linux und Unix

Was muss ich bei der Installation von Linux auf meinem OS/2-Rechner beachten?

  • Für Linux sollten, nach Möglichkeit, 2 logische Partitionen eingerichtet werden.
    Eine Systempartition für Linux und eine Swappartition.
  • Die Linuxpartition sollte im OS/2 Bootmanager eingetragen werden.
  • LILO (LInux LOader) oder GRUB sollten im Bootblock der Linuxpartition und nicht im Master-Boot-Record installiert werden.
  • Alle aktuellen Linux-Versionen können auch auf HPFS-Dateisysteme zugreifen.
    Es ist also nicht notwendig eine extra Partition, zum Datenaustausch zwischen den Systemen, anzulegen.
  • Ist auf der Festplatte ein LILO oder GRUB installiert, sollte dieser vor der OS/2 Installation gelöscht werden.
    (siehe Grub loswerden)

Grub loswerden

Ist (oder war) auf der Festplatte ein Linux installiert, kann es vorkommen, das daß Installationsprogramm den GRUB Bootloader nicht überschreibt. Nach der ersten Installationsphase startet der Rechner nicht die OS/2 Partition, sondern GRUB.

In dem Fall den Rechner noch einmal mit den Installationsmedien starten. Aus dem Installationsprogramm heraus, mit F3 eine Befehlszeile starten. Anschließend auf die OS/2 Systempartition wechseln und mit folgenden Befehlen, den korrekten Bootlader installieren.

\OS2\FDISK.COM /NEWMBR
\OS2\INSTALL\BOOTDISK\SYSINSTX.COM n:

Wobei n: das OS/2 Systemlaufwerk ist.

Windows 95, 98 und ME

Wie installiere ich Windows 9x am besten parallel zu OS/2?

Wenn Windows 9x zusammen mit OS/2 auf dem selben Rechner betrieben werden soll, dann sollten folgende beachtet werden.

  • W9x kann nicht (wie Windows 3.1 / 3.11) in OS/2 integriert werden.
  • W9x Programme laufen nicht ohne weiteres unter OS/2.
    Es gibt ein Projekt mit dem namen ODIN, das die Windows 32 API unter OS/2 zur Verfügung stellt.
  • W9x verwendet ein neues Dateisystem VFAT.
    Dieses Dateisystem ist zwar nur eine Erweiterung des von DOS bekannten FAT Dateisystems, leider geht die Erweiterung aber auf Kosten der Kompatibilität zu alten DOS-/Windows-Anwendungen.
  • Ab Windows 95 Releaselevel 2 (OSR) liefert Microsoft ein erweitertes Dateisystem aus, VFAT32.
    Es gibt einen passenden IFS-Treiber, der in der Lage ist, auf FAT32 Laufwerke zuzugreifen.

Windows NT, 2000 und XP

Wie installiere ich Windows NT am besten parallel zu OS/2?

  • Am besten die Festplatte mit dem OS/2 FDISK, wie gewünscht, partitionieren.
    • Windows installiert seine Bootdateien zwangsweise in der aktiven Primären Partition, auch wenn die Systemdateien auf einem anderen Laufwerk liegen.
    • Die Windows-Installation sollte daher am besten in einer primären Partition durchführt werden.
  • Als nächstes die Partition auf der Windows installiert werden soll wieder löschen.
  • Jetzt Windows installieren. Für die Installation den freien Platz auf der Festplatte auswählen.
    • Windows 2000 (bis Servicepak 4) und Windows XP (bis Servicepack 1) zerstören den OS/2 Bootmanager bei der Installation.
    • Daher nach der Windows Installation den Bootmanager mit den OS/2-Installationsdisketten /-CD wiederherstellen.
    • Nach der Installation läßt Windows den Bootmanager in Ruhe.
  • Jetzt OS/2 installieren.

Auf eine neuere OS/2 Version updaten

Wenn bei der Installation eines oder mehrere HPFS-Laufwerke formatiert werden, sollten die Laufwerke nicht mit dem Installationsprogramm formatiert werden.

Dazu das Installationsprogramm nach der Neupartitionierung und dem erneuten booten mit F3 verlassen und die Laufwerke (X:) mit folgendem Befehl manuell formatieren.

FORMAT X: /L /FS:HPFS

Bei FAT-Laufwerken ist das nicht nötig.

Begründung: Das Installationsprogramm verwendet die Schnellformatierung. Dabei wird lediglich das Inhaltsverzeichnis der Partition initialisiert. Die alten Datenstrukturen bleiben auf der Festplatte erhalten. Werden die Festplatten später mit Level 3 überprüft, untersucht das CHKDSK die gesamte Fesplatte nach vorhandenen Dateien. Es werden dabei auch alle alten Datenfragmente gefunden und in einem Verzeichnis \FOUND0 wiederhergestellt.

Wenn die Festplatten doch mit dem Installationsprogramm formatiert wurden, sollte auf den Befehl

CHKDSK X: /F:3

verzichtet werden.

Ein einfaches

CHKDSK X: /F

ist ohne Probleme möglich.

OS/2 Warp über eine alte Version installieren

Bekannte Probleme während der Installation

Wie stelle ich fest, welcher Treiber beim Bootvorgang Probleme macht?

  • OS/2 starten.
  • Wenn in der oberen rechten Ecke ein weisses Kästchen und der Schriftzug OS/2 (oder ECS) auftaucht, ALT-F2 betätigen.
  • Bei aktuellen Rechnern ist der Zeitraum dafür recht kurz.
  • Jetzt werden am unteren Bildschirmrand alle Treiber aufgelistet, die OS/2 gerade lädt.
  • Den vor dem Systemstop zuletzt geladenen Treiber notieren.
  • Im Internet wird sich sicherlich eine Lösung für das Problem finden lassen.

Treiberkonflikte ausschließen

Wie kann ich ausschließen, das andere Treiber die Installation verhindern?

Zuerst feststellen, welcher Treiber für das Problem verantwortlich ist (s.o.).

  • Bleibt der Rechner bei einem Treiber mit der Dateiendung .SNP stehen, kann der Treiber in der Datei SNOOP.LST auf der Diskette 1 deaktiviert werden. Dazu einfach ein Semikolon vor dem Eintrag einfügen.

Beispiel:

;aha154x.snp 

Deaktiviert die Hardwareerkennung für den Adaptec 1542 Controller.

Handelt es sich dabei um den ISAPNP.SNP kann die Hardwareerkennung auch ganz deaktiviert werden.

  • OS/2 starten.
  • Wenn in der oberen rechten Ecke ein weisses Kästchen und der Schriftzug OS/2 auftaucht, ALT-F1 betätigen.
  • In dem jetzt erscheinenden Menü den folgenden Menüpunkt wählen:
    6 - Die Hardwareerkennung wird inaktiviert.
    Diese Maßnahme hat nur geringfügigen Einfluß auf die Installation. Es müssen im 2. Teil der Installation lediglich einige Einstellungen zur installierten Hardware manuell vorgenommen werden.
  • Hat der problematische Treiber eine der folgenden Endungen (.ADD, .FLT), befindet sich der fragliche Treiber ebenfalls auf der Diskette 1 in der Datei CONFIG.SYS. Er kann deaktiviert werden, indem ein REM vor den Eintrag eingefügt wird.

Beispiel:
REM BASEDEV=AHA154X.ADD

Deaktiviert den Treiber für den Adaptec 1542 Controller.

Den Vorgang noch einmal auf dem Installationslaufwerk von OS/2 wiederholen, wenn nach der ersten Teilinstallation nicht von der Festplatte gebootet werden kann.

Installation von Festplatte

Kann ich OS/2 von einer Festplatte installieren?

Natürlich. gerade bei Notebooks, die nicht gleichzeitig mit CDROM- und Diskettenlaufwerk ausgestattet werden können, bietet sich das Verfahren an.

  • Die folgenden Verzeichnisse, inklusive aller Unterverzeichnisse, von der CD auf ein beliebiges Laufwerk kopieren.
    OS/2 muss natürlich während der Installation darauf zugreifen können.
\OS2IMAGE
\CID
\IBMINST
\INFO
  • Anschließend die Datei \OS2SE20.SRC in das Haupverzeichnis des Laufwerkes kopieren.
  • Als nächstes (soweit nicht vorhanden) die Installationsdiskette und Diskette 2 und die Diskette 1 für die Disketteninstallation erstellen. Dazu das Programm

    MAKEDSKS.CMD (unter OS/2)

bzw.

MAKEDSKS.BAT (unter DOS)

verwenden.

Das Programm mit Strg-C oder Strg-Untbr abrechen, nachdem die Diskette 2 erstellt wurde.

  • Den folgenden Eintrag in der CONFIG.SYS auf DISKETTE 1 anpassen:

    PROTSHELL=SYSINST1.EXE C:\OS2IMAGE

Wird das Verzeichnis \OS2IMAGE von der Festplatte gelöscht, die Datei \OS2SE20.SRC nicht vergessen. Es treten sonst bei späteren Nachinstallationen sehr wahrscheinlich Fehler auf.

Nach erfolgreicher Installation

Überflüssige Treiber löschen

Nach der Installation können einige über flüssige Treiber aus der CONFIG.SYS gelöscht werden, wenn der PC keine Microchannel-Busarchitektur besitzt.

  • BASEDEV=IBM2FLPY.ADD
  • BASEDEV=PRINT02.ADD

Cachespeicher für FAT-Laufwerke anpassen

Nach der Installation enthält die CONFIG.SYS den Eintrag

DISKCACHE=D,LW

Der Parameter D sollte durch einen konkreten Wert ersetzt werden.

Faustregel: max. 10% des Hauptspeichers für alle Cachespeicher zusammen.
(bei 8MB RAM: 800KB Cache für HPFS, FAT und CDROM (soweit vorhanden) zusammen)

Befinden sich keine mit FAT formatierten Laufwerke im System, kann der Eintrag gelöscht oder auf einen niedrigen Wert gesetzt werden. Für Disketten/Wechselmedien wird der Cache nicht verwendet.

Kein HPFS-Laufwerk eingerichtet

Wenn keine HPFS-Laufwerke verwendet werden, kann der HPFS-Treiber deaktiviert werden. Dazu die CONFIG.SYS folgendermaßen anpassen.

REM IFS=D:\OS2\HPFS.IFS /CACHE:xxxx /CRECL:xx /AUTOCHECK:xxx

Anschließend stehen OS/2 ca. 300KB mehr Speicher zu Verfügung.

Netzwerktreiber deaktivieren

Welche Treiber kann ich aus der CONFIG.SYS löschen, wenn ich kein Netzwerk betreibe?

Wenn die Netzwerkfunktionen von OS/2 Warp 4 nicht benötigt werden (Für das Internet sind die Netzwerkfunktionen ebenfalls erforderlich), können die folgenden Eintrage aus der CONFIG.SYS gelöscht, oder deaktiviert werden.

DEVICE=d:\IBMCOM\LANMSGDD.OS2 /I:d:\IBMCOM /S
DEVICE=d:\IBMCOM\PROTMAN.OS2 /I:d:\IBMCOM
CALL=d:\IBMCOM\PROTOCOL\NETBIND.EXE
RUN=d:\IBMCOM\LANMSGEX.EXE
SET NLSPATH=d:\MPTN\MSG\NLS\%N;
SET ETC=d:\MPTN\ETC
DEVICE=d:\MPTN\PROTOCOL\SOCKETS.SYS
DEVICE=d:\MPTN\PROTOCOL\AFOS2.SYS
RUN=d:\MPTN\BIN\CNTRL.EXE
DEVICE=d:\IBMCOM\MACS\NULLNDIS.OS2
SET I18NDIR=d:\IBMI18N

Bekannte Probleme nach der Installation

Die WPS startet nicht

Beim Systemstart bleibt OS/2 Warp 4 mit einem blauen Bildschirm (Bluescreen) und Wartesymbol als Mauszeiger stehen.

Dazu gibt es von IBM folgendes Statement:
Es handelt sich bei diesem Problem um einen Ressourcen-Deadlock.

Es kommen verschiedene Möglichkeiten, als Ursache für den Deadlock in Frage.

  • Die Datei ARTCHRON.EXE im Verzeichnis \OS2\ART in ARTCHRON.BAK umbenennen.
    (Gilt nicht für die 45-Tage Testversion)
  • Das Schlüsselwort WARPCENTER aus der AUTOSTART-Anweisung in der CONFIG.SYS entfernen.

    SET AUTOSTART=PROGRAMS,TASKLIST,FOLDERS,CONNECTIONS,WARPCENTER

Anschließend eine Referenz des Warpcenters im Systemstartordner erstellen, damit das Warpcenter weiterhin automatisch gestartet wird.

  • Die INI-Dateien neu erstellen.

    CD \OS2 ATTRIB -r -s -h OS2.INI COPY OS2.INI OS2*.BAK MAKEINI OS2.INI INI.RC MAKEINI OS2SYS.INI INISYS.RC

Dadurch werden die INI-Dateien wieder auf den Installationstand gebracht. Alle installierten Programme bleiben aber erhalten. Sie finden alle ihre Programme im Ordner: Vorherige Arbeitsoberfläche Lediglich der Graphiktreiber muss anschließend neu installiert werden.

Fixpak 1 zu OS/2 Warp 4 installieren .

Möglicherweise helfen auch die folgenden Hinweise:

  • Kein Hintergrundbild für die WPS verwenden .
  • Im BIOS den Second Level Cache ausschalten.
  • Zumindestens in 2 Fällen war die Ursache hier bei den SIMMs zu suchen.
    Gibt es außer dem BlueScreen auch noch weitere Probleme mit der Systemstabilität, die SIMMs testweise gegen andere austauschen.

Netzwerkordner ist leer

Mein Netzwerkordner hat nach der Installation keinen Inhalt mehr?

Direkt nach der Installation die File und Print-Services aktivieren. Dazu die Funktion "LAN-Dienste beim Systemstart starten" im Einstellungsnotizbuch "Gemeinsame Ressourcen und Netzwerkverbindungen" im Ordner Netzwerkdienste aktivieren.

Oder einen der folgenden Befehle in die STARTUP.CMD eintragen:

NET START REQ       (Wenn Sie nur die Requester-Dienste nutzen)
NET START PEER      (Wenn Sie die Peer Dienste nutzen)
  • Oder das erste Fixpak zu OS/2 Warp 4 installieren (XRGM001).

Netzwerkordner wiederherstellen

Wie bekomme ich den Inhalt meines Netzwerkordners wieder?

  • Als erstes den "defekten" Netzwerk-Ordner inklusive Inhalt löschen.
    Dazu am besten ein entsprechendes Kommandozeilenprogramm verwenden, das Verzeichnisse und deren Inhalte löschen kann, oder einen OS/2-Dateimanager. Über die Laufwerksobjekte läßt sich der Ordner nicht löschen.
  • Jetzt den Rechner booten.
  • TODO: Im GERFAQ-Verzeichnis befindet sich ein REXX-Programm "NETFOLDR.CMD" mit dem die erforderlichen Ordner neu erstellt werden können.
  • Jetzt sollte der Zugriff auf den Netzwerkordner wieder funktionieren.
  • Die Requesterdienste sollten bereits beim Systemstart geladen werden.
    • Dazu die Funktion "LAN-Dienste beim Systemstart starten" im Einstellungsnotizbuch "Gemeinsame Ressourcen und Netzwerkverbindungen" im Ordner Netzwerkdienste aktivieren.
  • In Einzelfällen kann es sein, daß die Prozedur wiederholt werden muss.