Allgemeine Informationen

Systemstart

Beim Systemstart wird die CONFIG.SYS Zeile für Zeile abgearbeitet. Dabei werden pro Durchlauf immer nur Anweisungen einer bestimmten Gruppe ausgeführt. Die CONFIG.SYS wird deshalb bei jedem Systemstart mehrfach gelesen. Ladereihenfolge

  • Die BASEDEV Treiber werden zuerst geladen.
    Dabei werden die Treiber, abhängig von ihrer Erweiterung, in verschiedene Gruppen unterteilt. Die Treiber einer Gruppe werden dabei geladen, bevor dann die nächsten Gruppe bearbeitet wird.

    1. Zuerst werden alle Basiseinheitentreiber mit der Erweiterung *.SYS geladen.
    2. Dann alle mit *.BID
    3. *.VSD
    4. .TSD
    5. *.ADD
    6. *.I13
    7. *.FLT
    8. Und zuletzt alle mit *.DMD
  • Nach den Basiseinheitentreibern, werden alle sonstigen Anweisungen bearbeitet. Das sind alle Zeilen die nicht zu einer der anderen Gruppen gehören.
  • Dann folgen alle Zeilen, die mit "DEVICE=" anfangen.
  • Als nächstes alle Dateisystemtreiber, also alle Zeilen die mit "IFS=" anfangen.
  • Die Umgebungsvariablen, also alle Zeilen die mit "SET=" beginnen.
  • Als letztes werden alle Programme gestartet. Das sind alle Zeilen die mit "RUN=" oder mit "CALL=" beginnen.

Alle Zeilen, die mit einem "REM " beginnen, so wie alle Leerzeilen werden ignoriert.

Vorbereitungen

Die CONFIG.SYS

Die CONFIG.SYS ist die zentrale Konfigurationsdatei von OS/2. In ihr werden viele Einstellungen für das Betriebssystem, die Treiber und systemnahe Programme vorgenommen. Fehlerhafte Einträge und Tippfehler können schnell dazu führen, daß das System nicht mehr startet. Vor allen Änderungen an der CONFIG.SYS sollten daher einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Alternatives Bootsystem

Als alternatives Bootsystem kann jedes Bootfähige Medium mit einer funktionierenden OS/2-Installation genutzt werden. Das System muss dabei alle benötigten Treiber beinhalten, die für den Zugriff auf die Systempartition erforderlich sind.

Wichtig: Das Alternative Bootsystem sollte vor einer Änderung der CONFIG.SYS Datei getestet werden.

Wiederherstellungskonsole

Seit OS/2 Warp 3 existiert eine Wiederherstellungskonsole, die vor dem Systemstart aufgerufen werden kann.

Sobald OS/2 gestartet wird, erscheint oben Links auf dem Bildschirm der Schriftzug OS/2. Sobald dieser Schriftzug erscheint, die Tastenkombination Alt-F1 betätigen. Jetzt öffnen sich die Wiederherstellungsoptionen. Hier kann jetzt eine Befehlszeile gestartet werden.

Nur OS/2 Warp 3: Mit der Option "C" kann eine Befehlszeile gestartet werden.
Ab OS/2 Warp 4: Mit der Option "F2" kann eine Befehlszeile gestartet werden.

Hinweis: Die hierbei gestartete Befehlszeile hat eine eigene CONFIG.SYS Datei. Sie startet also auch, wenn die normale CONFIG.SYS Datei Fehler aufweist. Diese CONFIG.SYS wird während der Installation erstellt. Daher werden Änderungen an der Hardware nicht in dieser Datei eingetragen. Das muss in diesem Fall von Hand geschehen.

Installations-CD / Installations-Disketten

Die Installationsmedien (CD oder Diskette) enthalten normalerweise alle benötigten Treiber. Schließlich wurde das System ja mit diesen Medien installiert. Sobald das Installationsprogramm gestartet wurde, besteht die Möglichkeit, eine Befehlszeile zu starten. OS/2 Wartungsystem

Bei Testsystemen oder wenn häufig neue Programme ausprobiert werden, ist es sinnvoll, sich ein eigenständiges Wartungssystem auf einer separaten Partition zu installieren. Dazu eignet sich eine normale OS/2 Installation. Alternativ läßt sich mit dem Programm bootAble oder BOOTOS2 eine angepasstes Wartungssystem installieren.

eCS Demo-CD

Mit der eCS Demo-CD läßt sich eine voll funktionsfähige eComStation starten. Mit der Befehlszeile lassen sich die Änderungen vornehmen. Systemdateien sichern

Vor jeder Änderung sollten die betroffenen Konfigurationsdateien gesichert werden. Dies kann ganz einfach mit dem Befehl copy gemacht werden.

COPY CONFIG.SYS CONFIG.001

Systemarchivierung verwenden

OS/2 (ab Warp 3) bietet die Möglichkeit alle wichtigen Systemdateien zu archivieren. Über die Wiederherstellungskonsole können diese Archive dann sehr einfach genutzt werden, um die aktuelle (fehlerhafte?) Konfiguration zu ersetzen.

Achtung: Die Archivierung sollte nur bei Bedarf eingeschaltet und ansonsten deaktiviert werden.

Das Archivierungssystem hat leider ein prinzipielles Manko. Die Archivierung wird bei jedem Systemstart, vor dem start der WPS, durchgeführt. Das führt regelmäßig dazu, das kein brauchbares Archiv mehr zur Verfügung steht, wenn durch einen Fehler der WPS das System mehrfach gestartet wird.

Die Systemarchivierung läßt sich über die Einstellungen der WPS aktivieren. Mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken / Einstellungen / Archivieren -> Dateien bei jedem Systemstart aktivieren

Um ein neues Archiv zu erstellen:

  • die Funktion archivieren
  • das System neu starten
  • die Funktion wieder deaktivieren

Systemdateien wiederherstellen

Um einen Fehler in der CONFIG.SYS zu korrigieren, so daß das System anschließend wieder startet, mit einem Alternativen Bootsystem starten (siehe oben) und eine Befehlszeile öffnen.

Im OS/2 Systemverzeichnis ( \OS2 ) befindet sich ein einfachen Texteditor, der dieser Situation gute Dienste leistet.

\OS2\TEDIT \CONFIG.SYS

Der Editor startet im Befehlsmodus. Um in den Editiermodus zu schalten, die ESC-Taste einmal betätigen. Jetzt können an der CONFIG.SYS die notwendigen Änderungen vorgenommen werden. Sobald die Änderungen durchgeführt wurden, die Datei mit F2 speichern und mit F3 beenden (oder F4 speichern und beenden).

Für weitere Bedienungshinweise die Online-Hilfe mit F1 starten. Zwischen der Hilfe und der CONFIG.SYS kann mit der Taste F11 umgeschaltet werden. Die Hilfe mit F3 beenden.